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Tour de France 2026

Pogačar führt – doch die Alpen haben das letzte Wort

tour de france 21. juli

Sport-Extra Tour de France 2026 Sonderausgabe

Pogačar führt – doch die Alpen haben das letzte Wort

Evenepoel verkürzt im Zeitfahren den Rückstand. Hinter dem Gelben Trikot bleibt der Kampf um das Podium offen – und mit Yannis Voisard überrascht ein Schweizer in den besten zehn.

Stand nach der 16. Etappe Analyse und Ausblick 22. Juli 2026

Nach 16 Etappen trägt Tadej Pogačar weiterhin das Gelbe Trikot der Tour de France. Seine Gesamtzeit beträgt 56 Stunden, 14 Minuten und 18 Sekunden. Doch Remco Evenepoel hat im Einzelzeitfahren gezeigt, dass er sich noch nicht geschlagen gibt. Der Belgier gewann die Etappe und nahm Pogačar 28 Sekunden ab. In der Gesamtwertung liegt er nun 4:32 Minuten zurück.

Der Vorsprung des Slowenen ist komfortabel, aber noch keine Garantie für den Gesamtsieg. Hinter den beiden Führenden folgt Isaac Del Toro mit 6:51 Minuten Rückstand. Nur 20 Sekunden dahinter liegt der junge Franzose Paul Seixas. Juan Ayuso belegt mit 9:22 Minuten Rückstand den fünften Rang, gefolgt von Mattias Skjelmose bei 10:14 Minuten. Lenny Martinez liegt auf Platz sieben, Tom Pidcock nur acht Sekunden hinter ihm auf Rang acht.

Die Tour scheint entschieden. Doch drei schwere Tage in den Alpen können alle bisherigen Gewissheiten zerstören.

Besonders spannend ist damit der Kampf um den dritten Platz. Del Toro und Seixas trennen lediglich 20 Sekunden. Auch Ayuso und Skjelmose sind noch nicht vollständig aus dem Rennen um das Podium. In den kommenden Bergen können wenige schwache Minuten genügen, um die Reihenfolge neu zu ordnen.

Aus Schweizer Sicht ist die Tour bereits jetzt bemerkenswert. Yannis Voisard liegt auf dem ausgezeichneten zehnten Gesamtrang. Sein Rückstand auf Pogačar beträgt 24:18 Minuten. Platz neun ist nur 1:28 Minuten entfernt. Gleichzeitig sitzen ihm Ilan Van Wilder und Richard Carapaz im Nacken. Für Voisard geht es deshalb nicht nur um einen möglichen Sprung nach vorn, sondern auch um die Verteidigung seiner Position.

Mauro Schmid belegt mit 2:16:39 Stunden Rückstand Rang 47. Seine Tour kann jedoch nicht allein am Gesamtklassement gemessen werden: Mit seinem Sieg auf der 13. Etappe hat er bereits für den bislang größten Schweizer Erfolg gesorgt. Marc Hirschi folgt auf Platz 50. Für Schmid und Hirschi bieten sich weitere Chancen in Ausreißergruppen, sofern die Kräfte nach den schweren vergangenen Tagen noch reichen.

Silvan Dillier liegt auf Rang 146. Seine Aufgabe besteht nicht darin, möglichst weit vorn im Gesamtklassement zu stehen. Er arbeitet für sein Team, schützt andere Fahrer und versucht, die Tour bis Paris zu beenden. Auch diese Arbeit gehört zum Rennen, obwohl sie in den Ranglisten kaum sichtbar wird.

Heute führt die 17. Etappe über 174,7 weitgehend flache Kilometer von Chambéry nach Voiron. Für die Fahrer der Gesamtwertung dürfte es vor allem darum gehen, Kräfte zu sparen und Stürze zu vermeiden. Danach beginnt die eigentliche Entscheidung.

Am Donnerstag wartet die Bergankunft in Orcières-Merlette. Einen Tag später endet die Etappe auf Alpe d’Huez. Am Samstag folgt die wohl härteste Prüfung dieser Tour: 170,9 Kilometer und 5.450 Höhenmeter über Croix de Fer, Télégraphe, Galibier und Col de Sarenne, erneut mit dem Ziel in Alpe d’Huez. Erst danach führt die letzte Etappe nach Paris.

Pogačar bleibt der klare Favorit. Er besitzt den größten Vorsprung und mit Del Toro einen starken Teamkollegen auf dem dritten Gesamtrang. Evenepoel muss deshalb angreifen. Abwarten wird nicht genügen, wenn er das Gelbe Trikot noch erobern will.

Die Tour scheint entschieden – aber sie ist es noch nicht. Drei schwere Tage in den Alpen können Kräfteverhältnisse verändern, Schwächen offenlegen und bisherige Gewissheiten zerstören. Für die Schweizer gilt schon jetzt: Schmid hat gewonnen, Voisard überrascht, Hirschi sucht seine Gelegenheit und Dillier verrichtet jene Arbeit, ohne die keine Mannschaft Paris erreicht.

Das Sportblatt · Tour de France · Alpenentscheidung 2026

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