Suche den Frieden

Meine Sicht auf Frieden

Ich lese zurzeit die Zeitung, blättere zurück,
und suche den Frieden, den es nirgends wirklich gibt –
nur Ansätze, nur Spuren.
An anderen Orten ist der Kampf darum stärker,
sichtbarer, schmerzhafter.
Und vielleicht suche ich deshalb noch mehr nach dem,
was Frieden für mich bedeutet.

Frieden entsteht für mich dort,
wo zwei Menschen bereit sind,
ein Stück ihrer eigenen Wahrheit weich zu halten,
ohne sie zu verleugnen.

Nicht alles durchsetzen, nicht alles erklären,
sondern verstehen wollen,
was im anderen drückt, zieht oder schweigt.

Der Preis des Friedens ist oft nicht der Verzicht,
sondern das Risiko der Nähe:
dass ich dem anderen erlaube, mir wichtig zu werden
– und damit verletzlich.

Schmerzhaft wird Frieden dort,
wo einer von beiden sich beugen müsste,
bis etwas in ihm bricht.
Das wäre dann kein Frieden mehr,
sondern Anpassung.

Echter Frieden erlaubt Unterschiede.
Er verlangt nur eines:
dass beide aufhören,
den anderen zu einem Gegner zu machen.

Und dazwischen steht dieser Gedanke:

„Frieden entsteht dort, wo ich mich selbst höre
und dir trotzdem Raum lasse.“