Wo wart ihr den als es geschah


Es ist bemerkenswert,
was die Gesellschaft für die Schwachen tut.
Essen wird gebracht.
Worte der Anteilnahme gefunden.
Hände werden gereicht,
wenn alles bereits zerbrochen ist.
Doch wo war diese Gesellschaft,
als diese Menschen zu dem wurden,
was sie heute sind?
Wo war sie,
als Einsamkeit noch leise war,
als Überforderung noch kein Etikett trug,
als ein Blick, ein Satz, ein echtes Dasein
vielleicht gereicht hätte?
Wir reagieren gut auf sichtbares Leid.
Aber wir hören schlecht zu,
wenn es noch keine Schlagzeile ist.
Wir helfen gern,
wenn es offiziell geworden ist.
Vielleicht liegt die eigentliche Verantwortung
nicht im Spendenkorb,
sondern im Alltag.
Nicht im Mitleid,
sondern im rechtzeitigen Hinsehen.