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Basel – eine Metamorphose

Es hat mir die Sprache verschlagen.

Nicht, weil vor mir etwas Grossartiges stand. Keine prachtvolle Erscheinung, kein Wunder, das sich ankündigte. Es war etwas viel Einfacheres und gerade deshalb Seltsameres.

Die Menschen redeten miteinander.

Die Restaurants waren voll. Stimmen lagen in der Luft, vermischten sich, verschwanden und kehrten wieder zurück. Man lachte, man scherzte, man sass beieinander. Jeder schien für einen Augenblick jemand zu sein. Vielleicht genügt das bereits, damit ein Mensch sich wieder als Mensch fühlt.

Ich blieb stehen und staunte.

So viele Gesichter, so viele Sprachen, so viele Arten, auf dieser Welt zu leben. Ich weiss, dass nicht jeder das mag. Vielleicht fürchtet man das Verschiedene, weil es einen daran erinnert, dass auch man selbst anders sein könnte.

Ich wohne nicht mehr hier. Aber plötzlich war das ohne Bedeutung.

Es kam mir vor, als sei ich noch einmal auf die Welt gekommen. Nicht als ein anderer, sondern als derjenige, den ich längst vergessen hatte. Eine Metamorphose. Ein grosses Wort. Und doch war es nichts anderes als ein Blick, ein Geräusch, eine Farbe.

Ich sah die Menschen.
Ich sah die Autos.
Ich sah das Gelb der Trams.

Alles war mir bekannt, und doch sah ich es, als wäre es zum ersten Mal da.

Ich sah, was Menschen für eine Stadt tun. Und ich sah, was eine Stadt einem Menschen zurückgeben kann. Natürlich gibt es auch die anderen Seiten. Auch sie gehören dazu. Vielleicht muss nicht alles gleich sein. Vielleicht entsteht gerade aus dem Ungleichen etwas Gemeinsames.

Basel tut mir gut.

Ich bin müde von der Fahrt. Aber ich bleibe ein paar Tage.

Vielleicht genügt das, damit ich mich wiedererkenne.

Ort: Bsel Region: Basel Land: Schweiz

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende