## Zwei gegen das Feld – ein Wahnsinnstag bis Bordeaux






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Anzahl: 9 · Gesamtzeit: 1:56 · Durchschnitt: 0:12 · längste Einzelzeit: 0:47
Erste drei Einzelzeiten: 0:47 · 0:29 · 0:18
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Die siebte Etappe der Tour de France führte über 175,1 Kilometer von **Hagetmau nach Bordeaux**. Auf dem Papier war es eine klassische Flachetappe für die Sprinter, beinahe eine Überführungsetappe nach dem schweren Tag am Tourmalet. Doch langweilig war dieser Tag keineswegs.
Unmittelbar nach dem offiziellen Start griffen **Baptiste Veistroffer** vom Team Lotto Intermarché und **Jakub Otruba** von Caja Rural an. Nur zwei Fahrer gegen das gesamte Feld – und dennoch hielten sie sich während 157 Kilometern an der Spitze. Ihr Vorsprung war nie riesig, zeitweise kaum mehr als anderthalb Minuten. Trotzdem gaben sie nicht auf. Sie fuhren, als könnten sie das scheinbar Unmögliche tatsächlich schaffen. Erst 18 Kilometer vor Bordeaux wurden sie vom Peloton eingeholt.
Auch der einzige gewertete Hügel des Tages gehörte den beiden Ausreissern. Die **Côte de Béguey** war 1,2 Kilometer lang, durchschnittlich 4,4 Prozent steil und als Berg der vierten Kategorie eingestuft. Veistroffer gewann dort den einzigen Bergpunkt, nachdem er zuvor bereits den Zwischensprint in Landiras für sich entschieden hatte.
Für **Tadej Pogačar im Maillot jaune** war es dagegen ein ruhiger Tag. Nach seiner Machtdemonstration in den Pyrenäen verlangte ihm diese Etappe nichts Aussergewöhnliches ab. Sein UAE-Team hielt ihn sicher im Feld, und so war der Mann in Gelb in der Fernsehübertragung kaum zu sehen. Das war kein Zeichen von Schwäche, sondern beinahe das Gegenteil: Pogačar hatte an diesem Tag nichts zu beweisen. Er musste lediglich aufmerksam bleiben, Kräfte sparen und ohne Zwischenfall Bordeaux erreichen.
Im Finale wurde es dennoch hektisch. Die Geschwindigkeit stieg auf über 60 Kilometer pro Stunde, Kreisverkehre und schmale Strassen verlangten höchste Konzentration. Alpecin-Premier Tech bereitete den Sprint für Jasper Philipsen vor, brachte ihn jedoch etwas zu früh in den Wind. **Tim Merlier** blieb geduldig, fand auf den letzten Metern eine Lücke und zog mit voller Kraft vorbei.
### Die ersten drei der Etappe
1. **Tim Merlier** – Soudal Quick-Step
2. **Søren Wærenskjold** – Uno-X Mobility
3. **Biniam Girmay** – NSN Cycling Team
Für Merlier war es bereits der vierte Etappensieg seiner Karriere bei der Tour de France.
### Gesamtklassement
Pogačar verteidigte das Gelbe Trikot ohne Zeitverlust. Er führt weiterhin mit **2:42 Minuten vor Jonas Vingegaard**. Auf dem dritten Gesamtrang liegt Isaac del Toro mit einem Rückstand von 3:27 Minuten.
1. **Tadej Pogačar**
2. **Jonas Vingegaard** – 2:42 Minuten zurück
3. **Isaac del Toro** – 3:27 Minuten zurück
### Die Schweizer im Gesamtklassement
Alle vier gestarteten Schweizer befinden sich weiterhin im Rennen:
* **20. Yannis Voisard** – 12:21 Minuten zurück
* **54. Marc Hirschi** – 57:31 Minuten zurück
* **93. Mauro Schmid** – 1:18:38 Stunden zurück
* **136. Silvan Dillier** – 1:33:06 Stunden zurück
Es war eine Etappe mit klar verteilten Rollen: Zwei Männer fuhren beinahe den ganzen Tag gegen das Schicksal, die Sprinterteams warteten geduldig auf ihre Stunde, und der Mann im Gelben Trikot blieb im Hintergrund. Eine Überführungsetappe vielleicht – aber eine, die durch den Mut von Veistroffer und Otruba, die Hitze und den wilden Sprint in Bordeaux doch ihre ganz eigene Geschichte bekam.