Ich war bei Pierre Huyghe in Riehen.
Ich habe nichts gesucht und nichts gefunden.
Seine Gestalt hat kein Gesicht. Sie sucht vielleicht danach, was sie ist. Ich nicht.
Der Mensch ist längst jemand.
Er ist sich selbst.
Alles andere ist Ausrede.
Wir wurden erzogen, Rollen zu übernehmen. Wir tragen, was andere von uns erwarten. Jung nannte diese gesellschaftliche Maske die Persona.
An der Basler Fasnacht ist die Larve sichtbar. Niemand behauptet, sie sei das wirkliche Gesicht. Im Alltag machen wir genau das: Wir tragen unsere Masken so lange, bis wir sie für unser Gesicht halten.
Niemand zeigt sein Ich. Nicht, weil es nicht vorhanden wäre. Es ist bequemer, eine Rolle zu spielen. Wir reden von der Suche nach uns selbst, obwohl wir längst wissen, wer sich hinter der Maske verbirgt.
Ich weiss, was ich sehe, ist manipuliert.
Wie in *The Truman Show*: Alle sind bezahlte Schauspieler. Nur der Mann in ihrer Mitte spielt nicht. Er lebt sein Leben.
Er muss niemandem beweisen, dass die anderen lügen.
Die Lüge bleibt eine Lüge.
Wer einen Menschen aus Geldgier anlügt, ist ein Lügner. Punkt.
Meine Kunst erklärt nichts.
Sie beweist nichts.
Sie erzieht niemanden.
Die Maske liegt vor dem Bild. Wer sie verschiebt, kann sehen. Wer sie nicht verschiebt, sieht nur die Maske.
Dahinter wartet keine Antwort.
Dahinter befindet sich nur das, was die Maske verdeckt.
Ich muss der Welt nicht beweisen, weshalb ich das sage.
Ich sage es.